Überraschung am Immobilienmarkt: In diesen Schweizer Städten sind Neubauwohnungen günstiger
Neubau ist beim Wohnungskauf fast immer teurer – aber nicht überall. Eine neue Auswertung von 102 Schweizer Städten zeigt: In Chur, Zermatt und Delémont lagen die Median-Angebotspreise von Neubauwohnungen 2025 sogar rund 3 bis 15 Prozent unter jenen von Bestandswohnungen.
Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert: · Lesezeit: ca. 12 Minuten
Die öffentlich zugängliche Textfassung nennt Chur, Zermatt und Delémont sowie gemeinsam eine Grössenordnung von rund 3 bis 15 Prozent unter den Bestandswohnungen. Sie ordnet im Fliesstext jedoch nicht jedem Ort einen exakten Einzelwert zu. Deshalb werden hier bewusst keine zusätzlichen Prozentwerte konstruiert. [1]
Inserate.
Mediane.
102 Städte.
Die Auswertung vergleicht Angebotsdaten und keine amtlichen Transaktionspreise.
Median-Angebotspreise pro Quadratmeter
Verglichen wurden Median-Angebotspreise von Neubau- und Bestandswohnungen in 102 Schweizer Städten. [1]
Was gilt als Neubau?
Im Datensatz gilt eine Wohnung als Neubau, wenn sie im Inserat ausdrücklich als Neubau bezeichnet wird, Teil eines Immobilienprojekts ist oder höchstens zwei Jahre vor Veröffentlichung des Inserats gebaut wurde. Auch noch im Bau befindliche oder ab Plan vermarktete Wohnungen können dazugehören. [1]
Daten aus über 150 Quellen
Lookmove sammelt Immobilienanzeigen aus mehr als 150 Schweizer Quellen, bereinigt Dubletten und filtert veraltete Inserate. [2]
Die Definition stammt aus der Inserateauswertung. Bei einzelnen Indikatoren weist die Datengrundlage je nach Informationsqualität eine mögliche Fehlerquote von bis zu zehn Prozent auf.
Neubau-Aufpreis und Neubau-Rabatt im Vergleich
Die Auswertung zeigt enorme regionale Unterschiede: von Neubauwohnungen unter dem Bestandsniveau bis zu Aufpreisen von mehr als 70 Prozent.
Neubau günstiger
Eine der drei Städte mit negativem Neubau-Aufschlag.
Neubau günstiger
Eine der drei Städte mit negativem Neubau-Aufschlag.
Neubau günstiger
Eine der drei Städte mit negativem Neubau-Aufschlag.
+5,7 %
Moderater Neubau-Aufpreis.
+9,1 %
Neubau teurer, Unterschied aber unter zehn Prozent.
+10,9 %
Hohes Preisniveau mit relativ moderatem prozentualem Neubau-Aufpreis.
+55 %
Sehr hoher Neubau-Aufpreis.
+70 %
Extrem hoher Neubau-Aufpreis.
+74 %
Höchste im veröffentlichten Watson-Text genannte Abweichung.
Die Werte stammen aus der Lookmove-Auswertung für 2025 und beziehen sich auf Median-Angebotspreise. Sie sind keine amtlichen Transaktionspreise. [1]
Der Neubau-Rabatt kann mehrere Ursachen haben
Ein negativer Neubau-Aufpreis bedeutet nicht automatisch, dass Neubauten grundsätzlich zu günstig angeboten werden.
Was den Median verschieben kann
Lage: Neue Projekte entstehen teilweise dort, wo noch Bauland verfügbar ist – nicht zwingend in den teuersten oder zentralsten Lagen.
Bestandsmix: Im Bestand können besonders gut gelegene, hochwertige oder renovierte Wohnungen überproportional vertreten sein.
Keine identischen Wohnungen
Wohnungsgrösse und Qualität: Fläche, Ausbaustandard, Aussicht, Stockwerk und Mikrolage können sich unterscheiden.
Angebotszusammensetzung: Mediane hängen davon ab, welche Wohnungen im betrachteten Jahr tatsächlich auf den Markt kommen.
Die Zahlen vergleichen angebotene Objekte miteinander. Es handelt sich nicht um einen Vergleich «identische Wohnung neu gegen identische Wohnung alt». [1]
Was bedeuten Chur, Zermatt und Delémont für Käufer?
Die drei Ausnahmen sind vor allem ein Signal, Neubau nicht automatisch aus Budgetgründen auszuschliessen.
Neubau und Bestand immer parallel prüfen
Wer bei der Suche nur nach älteren Wohnungen filtert, könnte gerade in diesen Märkten interessante Neubauangebote verpassen.
Ein Medianwert ist aber keine Preisgarantie: Eine konkrete Neubauwohnung kann in derselben Stadt deutlich teurer sein als eine konkrete Bestandswohnung.
In den grossen Städten bleibt Neubau teurer
In den drei grossen Schweizer Märkten bleibt das gewohnte Muster bestehen. [1]
+5,7 %
Vergleichsweise moderater Neubau-Aufpreis.
+9,1 %
Neubau teurer, aber Unterschied unter zehn Prozent.
+10,9 %
Relativ moderater prozentualer Aufpreis auf bereits sehr hohem Preisniveau.
Für Zürich nennt die Auswertung einen Median von knapp CHF 20'000 pro Quadratmeter für Neubauwohnungen. Ein relativ kleiner Prozentaufschlag kann deshalb absolut sehr viel Geld bedeuten. [1]
Neubau kann lokal massiv teurer sein.
Am anderen Ende der Skala liegen Märkte mit Neubau-Aufpreisen von mehr als 50 Prozent.
Rund +74 %
Höchste im veröffentlichten Watson-Text genannte Abweichung.
Rund +70 %
Ebenfalls ein aussergewöhnlich hoher Neubau-Aufpreis.
Rund +55 %
Auch hier liegt Neubau deutlich über dem Bestandsniveau.
Der Aufpreis ist stark lokal und kann durch einzelne Projekte, besondere Mikrolagen und den jeweiligen Angebotsmix beeinflusst werden.
Wichtig: Die Auswertung betrifft Eigentumswohnungen
Die Lookmove-Auswertung bezieht sich auf Eigentumswohnungen zum Kauf und sollte nicht mit dem Mietmarkt vermischt werden.
Angebotspreise von Eigentumswohnungen
Verglichen wurden Median-Angebotspreise pro Quadratmeter von Neubau- und Bestandswohnungen zum Verkauf.
Andere Marktdynamik
Im ersten Quartal 2026 stiegen Neuabschlussmieten von Altbauwohnungen gegenüber dem Vorquartal um 0,4 %, während Neubaumieten um 0,2 % zurückgingen. Im Jahresvergleich lagen Altbaumieten bei +2,6 %, Neubaumieten bei +0,2 %. [3]
Mehr Wohnbau.
Knappes Angebot.
Regionale Unterschiede.
Die drei Städte mit Neubau-Rabatt sind kein Zeichen eines schweizweiten Preissturzes.
Wohnbau zeigt Erholungssignale
PwC sieht erste Erholungssignale beim Wohnbau und erwartet für 2026 ein Wachstum. [3]
Urbane Zentren bleiben knapp
Gleichzeitig bleibt die Angebotsknappheit in urbanen Zentren bestehen.
Rund 4,84 Millionen Wohnungen
JLL verweist auf BFS- und BWO-Daten, wonach die Schweiz Ende 2024 rund 4,84 Millionen Wohnungen zählte. [4]
Neubau oder Bestand: Das sollten Käufer wirklich vergleichen
Der Quadratmeterpreis allein reicht für einen fairen wirtschaftlichen Vergleich nicht aus.
Neubauwohnung
Kaufpreis pro m²
Baubeschrieb und Ausbaustandard
Garantie- und Mängelregelung
STWE-Reglement
Budget und Erneuerungsfonds
Parkplatzkosten
Bezugs- und Fertigstellungstermin
Bestandswohnung
Renovationsbedarf
Alter von Dach, Fassade und Haustechnik
Erneuerungsfonds
geplante Sanierungen
Energieverbrauch
Grundriss und Ausbaupotenzial
Mikrolage und Wiederverkauf
Ein günstigerer Altbau mit unmittelbar bevorstehender Gesamtsanierung kann wirtschaftlich schlechter sein als ein etwas teurerer Neubau – und umgekehrt.
Eigentumswohnungen auf UrbanHome vergleichen
Besonders sinnvoll ist es, Neubau und Bestand in derselben Gemeinde und möglichst derselben Mikrolage direkt nebeneinanderzustellen.
Preis pro Quadratmeter vergleichen
Gesamtpreis, Wohnfläche und Preis pro Quadratmeter immer gemeinsam betrachten.
Neubau und Bestand parallel
Baujahr, Zustand, Parkplatz, Nebenkosten und erwartete Renovationen mitvergleichen.
Quellen und Datenstand
Die zentrale Städteauswertung basiert auf Lookmove-Daten zu Kaufangeboten aus dem Jahr 2025 und wurde am 10. August 2026 von Watson veröffentlicht.
Datenstand: . Es handelt sich um Median-Angebotspreise, nicht um amtliche Transaktionspreise.
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Häufige Fragen zu Neubau- und Bestandswohnungen
Die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.
In der Lookmove-Auswertung für 2025 waren Chur, Zermatt und Delémont die drei Städte mit negativen Differenzen zwischen Neubau- und Bestandswohnungen.
Watson beschreibt für die drei Städte gemeinsam eine Spanne von rund 3 bis 15 Prozent unter den Bestandswohnungen. Die öffentlich zugängliche Textfassung ordnet die exakten Einzelwerte nicht jedem Ort zu.
Nein. Die drei Städte sind Ausnahmen. In der grossen Mehrheit der untersuchten Städte lagen Neubauwohnungen über den Bestandswohnungen.
Die Lookmove-Auswertung nennt für Zürich einen Aufpreis von rund 10,9 Prozent und einen Medianpreis für Neubauwohnungen von knapp CHF 20'000 pro Quadratmeter.
Genf lag bei rund +9,1 Prozent, Lausanne bei +5,7 Prozent gegenüber Bestandswohnungen.
Im veröffentlichten Text werden Brig mit rund +74 Prozent, Arlesheim mit +70 Prozent und Kriens mit +55 Prozent genannt.
Es handelt sich um Median-Angebotspreise pro Quadratmeter von Eigentumswohnungen zum Verkauf im Jahr 2025, nicht um Mietpreise.
Neue Projekte können in weniger zentralen Lagen entstehen, während der Bestand überdurchschnittlich viele renovierte oder besonders gut gelegene Objekte enthalten kann. Auch Fläche und Qualität unterscheiden sich.
Nein. Es handelt sich um ausgewertete Immobilieninserate und Median-Angebotspreise. Auch die Neubauklassifikation ist keine amtliche behördliche Definition.
Über die UrbanHome-Kaufsuche lassen sich aktuelle Eigentumswohnungen und Häuser nach Region und Preis vergleichen.
Fazit: Nicht nach Baujahr vorfiltern
Die grosse Überraschung der Auswertung sind Chur, Zermatt und Delémont: Dort lagen Neubauwohnungen im 2025er Angebotsdatensatz ausnahmsweise unter den Bestandswohnungen.
Daraus sollte jedoch kein allgemeiner Preisvorteil von Neubauten abgeleitet werden. In fast allen anderen untersuchten Städten bleibt Neubau teurer – teils nur moderat, teils um mehr als 50 Prozent.
Für Käufer ist die wichtigste Konsequenz: Neubau und Bestand in derselben Mikrolage mit Preis pro Quadratmeter, Zustand und zukünftigen Investitionen direkt vergleichen.
Neubau- und Eigentumswohnungen vergleichen
Vergleichen Sie aktuelle Kaufangebote auf UrbanHome nach Region, Preis, Zimmerzahl und Objektart. Bei Neubauten lohnt sich der direkte Vergleich mit Bestandswohnungen in derselben Mikrolage.