Wo gibt es noch freie Wohnungen? Die Leerstands-Rangliste 2026
Die Wohnungssuche ist in der Schweiz vielerorts schwieriger geworden – doch die Unterschiede zwischen den Kantonen bleiben gross. Die Rangliste zeigt, wo der Leerstand zuletzt noch vergleichsweise hoch war, wo praktisch jede Wohnung sofort vom Markt verschwindet und welche ersten Kantonszahlen 2026 bereits eine weitere Verschärfung erkennen lassen.
Autor: Nikita von Niederhäuser, Immobilienexperte UrbanHome Aktualisiert am: · Lesezeit: ca. 18 Minuten
Die vollständige Rangliste basiert auf dem einheitlichen BFS-Stichtag 1. Juni 2025. Bereits publizierte Kantonswerte 2026 werden separat ausgewiesen.
2025 komplett.
2026 teilweise.
Sauber getrennt.
Der Titel bezeichnet die Ausgabe und den Informationsstand 2026 – nicht eine bereits abgeschlossene nationale Erhebung für 2026.
Letzte vollständige nationale Basis
Das Bundesamt für Statistik weist in seiner aktuellen nationalen Darstellung weiterhin die Ergebnisse 2025 als jüngste vollständige Vergleichsbasis aus.
Keine Mischrangliste
Damit die Rangliste nicht aus unterschiedlich berechneten oder vorläufigen Kantonswerten zusammengesetzt wird, bleibt die Übersicht aller 26 Kantone auf dem einheitlichen BFS-Stichtag 1. Juni 2025.
Frühwerte separat
Separat werden die offiziellen kantonalen Frühwerte 2026 dargestellt. Eine scheinbar vollständige Rangliste 2026 wäre Anfang August entweder unvollständig oder würde Daten verschiedener Jahre vermischen.
Was zählt als Leerwohnung?
Als leer gilt eine Wohnung nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. [3]
Am Stichtag leer
Die Wohnung muss am Stichtag tatsächlich unbewohnt sein.
Direkt nutzbar
Die Wohnung muss bewohnbar sein. Vorübergehend unbewohnbare Objekte ohne Marktangebot zählen nicht.
Miete oder Verkauf
Sie muss aktiv zur dauernden Miete oder zum Verkauf angeboten werden.
Nicht jede leere Wohnung
Bereits vermietete Wohnungen mit späterem Bezugstermin, vorübergehend unbewohnte Objekte ohne Marktangebot und viele selbstgenutzte Zweitwohnungen zählen nicht.
Die Leerwohnungsziffer setzt die Zahl der leerstehenden Wohnungen ins Verhältnis zum gesamten Wohnungsbestand des Vorjahres.
Ein Markt um etwa 1,5 Prozent wird häufig als ausgeglichen betrachtet. Das ist keine Garantie für günstige Mieten: Lage, Wohnungsgrösse, Zustand und lokale Nachfrage bleiben entscheidend.
Mehr Auswahl bis sehr angespannt
Sehr angespannt bis extrem angespannt
Je höher die Leerwohnungsziffer, desto grösser ist statistisch das verfügbare Angebot. Die Rangliste basiert vollständig auf dem einheitlichen BFS-Stichtag 1. Juni 2025. Bereits publizierte Frühwerte 2026 werden separat dargestellt.
Wo die Auswahl noch am grössten ist
Der Kanton Jura führt die vollständige Rangliste mit 3,03 Prozent an.
3,03 %
1’268 Leerwohnungen. Der einzige Kanton klar über drei Prozent.
2,05 %
3’003 Leerwohnungen.
1,92 %
4’936 Leerwohnungen.
1,82 %
1’824 Leerwohnungen.
Eine höhere Quote erhöht grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit, mehrere Angebote vergleichen zu können. Sie sagt aber nicht, dass jede Gemeinde gleich gut versorgt ist oder dass die verlangten Mieten tief sind.
Gerade in kleinen Märkten können einzelne Neubauprojekte die Quote stark verändern. Deshalb sollten Suchende kantonale Werte mit Gemeinde-, Bezirks- und Inseratsdaten kombinieren.
Wo die Wohnungssuche besonders schwierig ist
Am anderen Ende liegen Genf, Zug und Zürich.
0,34 %
858 Leerwohnungen im Jahr 2025. 2026 hat sich die Situation nochmals verschärft.
Unter 0,5 %
Zug: 0,42 %
Zürich: 0,48 %
In diesen Märkten steht rechnerisch deutlich weniger als eine von 200 Wohnungen leer. In einzelnen Städten kann der lokale Wert nochmals deutlich tiefer liegen: Die Stadt Zürich lag 2025 bei rund 0,1 Prozent.
Bei Quoten unter 0,5 Prozent sind schnelle Reaktion, ein vollständiges Dossier, flexible Suchradien und Suchabos besonders wichtig.
0,31 %
Genf meldet nur noch 793 freie Wohnungen. Ein Jahr zuvor waren es 858 Wohnungen beziehungsweise 0,34 Prozent.
Von 682 freien Wohnungen in Mehrfamilienhäusern waren 574 zur Miete ausgeschrieben.
0,87 %
Waadt zählt 3’907 freie Wohnungen.
Davon waren 2’735 zur Miete oder auf beiden Märkten und 1’172 ausschliesslich zum Verkauf verfügbar. Im Vorjahr lag die Quote bei 0,89 Prozent.
Die Quote reicht 2026 von 0,64 Prozent im Bezirk Lavaux-Oron bis 1,35 Prozent in Broye-Vully.
Warum die Zahl der Wohnungen allein täuscht
Bern hatte 2025 mit 6’660 Einheiten die höchste absolute Zahl leerer Wohnungen, lag mit einer Quote von 1,12 Prozent aber nur auf Rang neun.
Der Kanton Jura zählte lediglich 1’268 Leerwohnungen und führte wegen seines viel kleineren Wohnungsbestands trotzdem die Rangliste an.
Für Wohnungssuchende sind beide Angaben nützlich: Die Quote beschreibt die Marktanspannung, die absolute Zahl die Grösse des sichtbaren Angebots. Bei der praktischen Suche entscheidet zusätzlich, wie viele dieser Wohnungen zur gewünschten Grösse, Lage und Preisklasse passen.
Leerstand umfasst nicht nur Mietwohnungen
Die gesamte Leerwohnungsziffer ist kein reiner Mietwohnungsindikator.
37’194 Wohnungen
Von den schweizweit 48’455 Leerwohnungen waren 37’194 zur Miete ausgeschrieben.
11’261 Wohnungen
11’261 Leerwohnungen waren zum Kauf ausgeschrieben.
In Kantonen mit vielen leerstehenden Eigentums- oder Ferienobjekten kann die Quote höher aussehen, obwohl bezahlbare Mietwohnungen knapp bleiben. Prüfen Sie deshalb, sofern verfügbar, die Unterteilung nach Miete, Kauf, Zimmerzahl und Gemeinde.
Mehr Auswahl.
Mehr Zeit.
Nicht automatisch billig.
Die Rangliste ist ein Suchfilter, kein Ersatz für Budget-, Pendel- und Qualitätsvergleich.
Mehr Vergleichsmöglichkeiten
Eine höhere Leerwohnungsziffer bedeutet meist mehr Auswahl und längere Vermarktungszeiten.
Etwas mehr Verhandlungsspielraum
Sie kann auch darauf hinweisen, dass Neubauten noch nicht vollständig absorbiert wurden.
Nicht automatisch tiefe Mieten
Ein touristischer Kanton kann eine hohe Quote und gleichzeitig teure Wohnungen in gefragten Orten aufweisen. Umgekehrt kann eine Gemeinde mit niedriger Quote einzelne günstige Genossenschafts- oder Altbauwohnungen bieten.
Kanton ist nicht gleich Gemeinde
Kantonale Durchschnittswerte verdecken grosse Unterschiede.
0,64–1,35 %
Die Spanne liegt auf Bezirksebene zwischen Lavaux-Oron und Broye-Vully.
0,12–0,37 %
In den grösseren Gemeinden reicht die Spanne von 0,12 Prozent in Lancy bis 0,37 Prozent in der Stadt Genf.
Prüfen Sie Gemeinden entlang derselben Bahnlinie, Agglomerationen, Randquartiere und Neubaugebiete. Ein zusätzlicher Radius von 15 bis 30 Minuten kann die Zahl passender Inserate stark erhöhen.
Suchstrategie nach Marktanspannung
Je tiefer die Leerwohnungsquote, desto wichtiger werden Geschwindigkeit, Suchradius und vorbereitete Unterlagen.
Mehr Vergleichsmöglichkeiten
- Mehrere Gemeinden und Wohnungstypen vergleichen
- Inserate trotzdem auf Nebenkosten und Zustand prüfen
- Bei länger ausgeschriebenen Wohnungen sachlich nach Konditionen fragen
Aktiv suchen
- Suchabo für mehrere Orte einrichten
- Dossier aktuell halten
- Auf neue Inserate am selben Tag reagieren
Suchradius erweitern
- Agglomeration und Bahnachsen einbeziehen
- Unterlagen vollständig als PDF vorbereiten
- Erstvermietungen und Verwaltungen direkt beobachten
Maximale Geschwindigkeit
- Mehrere tägliche Suchalarme nutzen
- Besichtigungen kurzfristig ermöglichen
- Budget, Zimmerzahl und Lage priorisieren
- Genossenschaften und persönliche Netzwerke ergänzend nutzen
Leerstands-Check nach Kanton
Wählen Sie einen Kanton aus. Der Check verwendet die vollständige BFS-Rangliste 2025.
Bereits publizierte Frühwerte 2026 werden im Artikel separat erklärt.
häufigsten Denkfehler.
Leerstand ist hilfreich, muss aber richtig gelesen werden.
Ausgabe 2026 mit Erhebung 2026 verwechseln
Die vollständige nationale Basis stammt weiterhin von 2025.
Hohe Quote mit günstigen Mieten gleichsetzen
Preisniveau und Leerstand sind nicht dasselbe.
Nur absolute Leerwohnungszahlen vergleichen
Grosse Kantone haben naturgemäss mehr Wohnungen.
Miete und Kauf nicht unterscheiden
Die offizielle Quote umfasst beide Märkte.
Kantonswert auf jede Gemeinde übertragen
Lokale Unterschiede können erheblich sein.
Kleine Jahresveränderungen überinterpretieren
Einzelne Projekte können die Werte verschieben.
Neubau-Leerstand als dauerhaftes Überangebot verstehen
Neue Projekte können vorübergehend höhere Werte erzeugen.
Nur im Stadtzentrum suchen
Agglomerationen und Bahnachsen erweitern das Angebot.
Dossier erst nach der Besichtigung vorbereiten
In knappen Märkten kostet das wertvolle Zeit.
Pendel- und Gesamtkosten ignorieren
Eine statistisch günstigere Region muss im Alltag nicht günstiger sein.
Checkliste für die Wohnungssuche
Suchgebiet richtig einordnen
Kantonale Quote geprüft
Gemeinde- oder Bezirkswert gesucht
Miet- und Kaufleerstand unterschieden
Zimmergrösse berücksichtigt
Suchradius erweitert
Pendelzeit berechnet
Für ein gutes Inserat bereit sein
Bruttomiete geprüft
Suchabo aktiviert
Dossier vollständig
Betreibungsregisterauszug aktuell
Besichtigung flexibel möglich
Aktuelle Inserate auf UrbanHome verglichen
Quellen und Datenstand
Datenstand: .
- Bundesamt für Statistik: Leerwohnungsziffer fällt 2025 auf 1 Prozent
- Bundesamt für Statistik: Leerwohnungen und Leerwohnungsziffer nach Kantonen 2003–2025
- Bundesamt für Statistik: Definition und interaktive Leerwohnungszählung
- Kanton Genf: Leerwohnungen und Leerwohnungsziffer 2026
- Kanton Waadt: Provisorische Leerwohnungszahlen 2026
- Kanton Zürich: Leerwohnungszahlen 2025
- Bundesamt für Wohnungswesen: Aktionsplan Wohnungsknappheit
- UrbanHome: Aktuelle freie Wohnungen
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Häufige Fragen zur Leerstands-Rangliste
Die wichtigsten Antworten kompakt erklärt.
Nein. Die vollständige nationale BFS-Rangliste für den Stichtag 1. Juni 2026 war am 6. August 2026 noch nicht veröffentlicht. Die Übersicht nutzt den letzten vollständigen Stand 2025 und ergänzt offizielle Frühwerte 2026.
Unter den Kantonen weist Jura mit 3,03 Prozent die höchste vollständige Quote auf, gefolgt von Solothurn mit 2,05 Prozent.
Genf, Zug und Zürich weisen die tiefsten vollständigen Kantonswerte auf. In einzelnen Städten und Gemeinden ist die Quote nochmals tiefer.
Die Quote sank von 0,34 auf 0,31 Prozent. Am Stichtag wurden 793 freie Wohnungen gezählt.
Die provisorische kantonale Quote beträgt 0,87 Prozent bei 3’907 freien Wohnungen.
Rechnerisch steht eine von 100 Wohnungen leer und wird aktiv zur Miete oder zum Verkauf angeboten.
Häufig wird ungefähr 1,5 Prozent als Orientierungswert verwendet. Lokale Marktbedingungen können dennoch angespannt sein.
Nein. Die Statistik umfasst sowohl Miet- als auch Kaufobjekte. 2025 waren schweizweit 37’194 zur Miete und 11’261 zum Kauf ausgeschrieben.
Bern besitzt einen grossen Wohnungsbestand. Die absolute Zahl ist hoch, relativ zum Gesamtbestand liegt die Quote jedoch nur bei 1,12 Prozent.
Nein. Mieten hängen zusätzlich von Lage, Nachfrage, Qualität, Grösse und regionalem Einkommensniveau ab.
Sie sind nützlich, können in kleinen Gemeinden aber durch einzelne Neubauten und methodische Änderungen stark schwanken.
Unter anderem bereits vermietete Objekte mit späterem Bezug, unbewohnte Wohnungen ohne Marktangebot und nicht dauerhaft angebotene Ferienwohnungen.
Wählen Sie mehrere Gemeinden in Kantonen oder Regionen mit höherer Quote und kombinieren Sie die Statistik mit aktuellen Inseraten, Pendelzeit und Budget.
Auf UrbanHome können Sie aktuelle Mietangebote vergleichen und für mehrere Regionen Suchabos einrichten.
Fazit: Mehr Auswahl liegt meist ausserhalb der stärksten Zentren
Die jüngste vollständige Rangliste zeigt die grösste statistische Auswahl in Jura, Solothurn, Tessin und Neuenburg.
Genf, Zug und Zürich bleiben die schwierigsten Kantonsmärkte. Die ersten Werte 2026 aus Genf und Waadt deuten nicht auf eine breite Entspannung hin.
Wer schneller eine Wohnung finden will, sollte die Rangliste als Ausgangspunkt nutzen, auf Gemeindeebene weiterrecherchieren und mehrere Suchregionen gleichzeitig beobachten.
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Durchsuchen Sie aktuelle Inserate auf UrbanHome und richten Sie Suchabos für mehrere Kantone, Gemeinden und Pendlerachsen ein.